Comicsalon Erlangen
in Nürnberg

Logbuch der Scavenger
Captain Lucky Bones
05.06.2010

Jeder anständige Pirat wird irgendwann per Steckbrief gesucht. Eine meist ziemlich schlechte Zeichnung mit einem Text, der nicht im entferntesten den Spaß beim Gesetzesbruch wiedergibt. Wesentlich bessere und unterhaltsamere Zeichnungen und Texte findet man auf dem Erlanger Comicsalon, der alle zwei Jahre stattfindet. Geschichten von seltsamen Kreaturen, die dort ihr Unwesen treiben sollen, machten uns neugierig.
Und so machten McColl und ich uns auf den Weg.

Die seltsamen Kreaturen, Cosplayer genannt, stellten sich als harmlos heraus. Nette Menschen mit ungewöhnlichem Make Up und Kleidungsstil. Wir schafften es sogar, eine Familie wieder zusammenzuführen! Avatar und Avatar.
Wir sahen futuristische Krieger, Tiermenschen und den verschollenen Sohn von Vader Abraham in Begleitung eines Römers. Letzter hatte Glück, dass wir uns sonst zu einer anderen Zeit mit Römern beschäftigen. Aber das ist eine andere Geschichte...

Schnell wurde uns auch klar, dass in Comics nicht immer die reine Wahrheit steht.
Die Superhelden die wir antrafen, waren nur ein Schatten ihrer Comicselbst.

Als wir die erste Halle betraten, wurden wir auf einen Stand mit kleinen Figuren aufmerksam. Nicht, dass uns der Titel angesprochen hätte: Kleine Gruftschlampe...hüstel... Auf jeden Fall war der Hersteller sehr nett. Im Laufe des Gesprächs unterhielten wir uns über Korsetts und Korsagen und die richtige Schnürung, die Anatomie der Frau und natürlich über Piraterie im Allgemeinen und Speziellen. Piratenfachwissen eben. Schließlich überlegte der Hersteller als nächstes Piratenfiguren zu produzieren. Wir haben da mit Sicherheit nichts dagegen...

In der selben Halle erhielt ich ein unerwartetes Geschenk. Eine Besucherin war so begeistert von uns - sie kannte uns ja nicht -,dass ich von ihr eine seltene asiatische Münze mit einem Zauberwesen bekam.

Während McColl zu einer Shoppingtour aufbrach, um sich eine Schiffsladung von diesen kleinen Figuren zu besorgen, verbrachte ich meine Zeit im Freien und wurde kurzerhand von einer zukünftigen Ehefrau und ihren Freundinnen zu einem kleinen Umtrunk genötigt. Der Apfelkorn war zwar pisswarm, aber bei weitem nicht das Schlimmste, was meine Kehle bisher herunter gekrochen ist...

Kurz danach trafen wir Snoopy, der sich mit einem Stück schottischem Shortbread zu einem Foto überreden ließ.

Später wurden wir gefragt, ob wir an einem Tanzvideo teilnehmen wollten. Wahrscheinlich war es die Hitze, die uns nicht sofort nein sagen ließ. Als wir uns dann aber vor der Kamera wiederfanden und die Hampelmann/Landratte nach 15 Bier-Tanzschritte sahen, die man von uns erwartet, entschlossen wir uns den Teilnehmern mal zu zeigen, wie ein richtiger Pirat tanzt: Lässig dastehen, mit einem Stiefel den Takt vorgeben und dabei unbeeindruckt mit dem Kopf nicken. ;-)

Zu den vielen Fotografen, die unbedingt unsere schwarzen Seelen auf Papier bannen wollten, gehörte auch Kashikosa, der uns seine Bilder gerne für unsere Homepage zur Verfügung stellte. Danke!

Schließlich lernten wir noch Nadine Wewer kennen. Sie hat bereits mehrere Zeichenbücher herausgebracht und entwarf für uns neue Steckbriefzeichnungen. Obwohl wir sie über unsere (Un)taten im (Un)klaren ließen. Wer noch mehr von ihr sehen will sollte mal hier gucken: www.knitterkunst.de

Zum Abschluss, praktisch schon auf dem Heimweg, wurden wir von einem Pastafari angesprochen. Pastafari glauben an das fliegende Spaghettimonster als Schöpfer der Welt und daran, dass die Klimaerwärmung durch den Rückgang der Piraterie verursacht wird. Denn Piraten sind ja cool. Ah ja...

Der Comicsalon war auf jeden Fall einen Besuch wert. Neue Kontakte, reichlich Beute und jede Menge Spaß.
Wir kommen wieder! Hehe...